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Dankbarkeit, ein hochgepriesenes Tool, schon seit Urzeiten. Doch auch das Schwierigste, wenn es einen gerade schlecht geht.

Nun, mir geht es gut. Auch wenn mein Mindfuck, je nach Tagesform und Lebensumständen, was anderes erzählen mag.

Heute war für mich ein ganz normaler Sonntag. Lange schlafen, in Ruhe frühstücken, hin und wieder Gespräche und Meinungsverschiedenheiten mit meiner Tochter, weil sie auf eigene Faust ihr Zimmer renoviert und von Türen streichen, Wände streichen und Laminatfußboden verlegen, redet. Hilfe erhält sie von ihrem Bruder, der mittlerweile ausgezogen ist und sich freut, seiner Schwester helfen zu dürfen. Ich koche derweil das Mittagessen, putze anschließend etwas die Wohnung.

Die Zeit verstreicht und ich darf mich bei den Renovierungsmeistern nicht einmischen. So schließe ich besser mal beide Augen und halte meinen Mund.  Eigentlich würde mir hier ein bisschen was zum Meckern einfallen, doch der Tag war bisher angenehm und soll es bleiben.

Ich entschließe mich zum Duschen, anschließenden entspannen und Kopf ausschalten. Während ich mich vorbereite, streife ich durch meine Küche und es überkommt mich ein wohliges Gefühl von Freude. Ja, meine Küche, ich drehe mich in ihr um und bestaune, was ich mir in meinem Leben leistete. Klopfe mir auf die Schultern: “Das hast du gut gemacht!” Nach gut 20 Jahren davon träumen, trat sie ohne es auch nur zu ahnen, in mein Leben. Ein Ausstellungstück, wie für mich gemacht. Das ich noch paar Jahre daran zahlen werde, erscheint als: Das habe ich mir absolut verdient.

So steige ich in meine Dusche und während ich am Wasserhahn drehe, überkommen mich sorgenvolle Gedanken: “Gerade während der Pandemie, einer Zeit, in der ich morgen schon arbeitslos sein könnte, oder sonstige Unsicherheiten auf mich warten, was mache ich, wenn ich nicht mehr in der Lage bin, meine Rechnungen zu bezahlen?

Was mache ich, wenn plötzlich die Strom- oder Wasserversorgung zusammenbricht? Was würde ich nun ohne Strom oder Wasser machen? Dann hätte ich jetzt, wenn überhaupt,  kaltes Wasser!” Bei diesem Gedanken schaudert es mich. Huch, kaltes Wasser, das mag ich gar nicht. Und so ganz ohne Wasser duschen?

Als mich endlich das angenehme warme Wasser überströmt, spüre ich jeden einzelnen Wasserstropfen auf meiner nackten Haut. Genüsslich lasse ich das Wasser über meinen Kopf perlen und damit jeden sorgenvollen Gedanken hinunter in den Abfluss schwemmen.

Ein Duschbad dient mir auch zum Entspannen und zur energetischen Reinigung.

Während ich mich heute mit doppeltem Genuss im warmen Wasser suhle, überkommt mich tiefe Gefühle der Dankbarkeit.

Dankbarkeit, tief aus jeder Zelle meines Körpers. Dankbar für jeden warmen Wassertropfen, welcher meine Haut sanft berührt, mich reinigt und all die Last der Gedanken in den Abfluss hinunterspült. Dankbar, dass ich heute hier stehe und diesen Moment der Dankbarkeit überhaupt wahrnehme und genieße.

Plötzlich stören ein paar alte Nörgel- und Sorgengedanken die beseelende Dankbarkeit und mahnen mich zur Erinnerung meiner Lebenslast. Diese Gedankengänge erscheinen mir plötzlich wie: “Jammern auf hohem Niveau!” Gott sei Dank spült das warme Wasser diese Nörgelgedanken Richtung Abfluss.

Nach dem heute besonderen Duschgefühl verlasse ich das Bad und die beseelende Dankbarkeit hält an. Sie hält an und hält an.

Nun fließen diese Jammergedanken der Lebenslast gerade Richtung Kläranlage. Ja, Kläranlage, reinigt Wasser von Schmutz, am Ende fließt klares Wasser wieder in den natürlichen Kreislauf. Sinnbildlich könnte es auch heißen: Belastende Gedankenmuster wurden gereinigt. Nun sind wieder klare Gedanken in meinem Leben.

Was mache ich nun mit meinem wunderbaren Gefühl der Dankbarkeit?

Nun, ich möchte dich anstecken von meiner beseelten Freude über meine Dankbarkeit.

Und wenn es jetzt möglich wäre, würde ich dich Dankbar in meine Arme nehmen, mit dir Lachen und des Lebens freuen.

Aber es kann möglich sein, das du gerade diesen Text liest und meine Dankbarkeit null nachvollziehen kannst. Vielleicht steckst du gerade in einer unglücklichen Lebenssituation.

Was du nicht wissen kannst ist, in welcher Phase meine Dankbarkeitsausrichtung begann. Sie begann in einer für mich dunklen, gefühlt ausweglosen Lebensphase. Wenn ich heute zurück blicke, kann ich gar nicht mehr glauben, dass ich so händeringend nach Lösungsansätze suchte, um mein Leben und das meiner Kinder, zu verbessern.

Dankbar sein, hebt die Lebensfreude.

Die Idee dazu entnahm ich 2009 aus einem Buch und versuchte dies beim Morgengebet am offenen Fenster, mit Blick in den Garten, in mein Leben als Danke Ritual einzubinden. Glaube mir, manchmal war mir eher zum Schei… auskotzen, als zu danken.

Wenn mir gar nichts einfiel, dankte ich für das, was so selbstverständlich erschien. Zum Beispiel: Der Luft zum Atmen, dem schönen Vogelgesang, dem Anblick der Landschaft, das ich noch lebe (vor allem weil ich zu damaliger Zeit oft Gedanken an mein Sterben verschwendete…), es den Kindern oder mir gesundheitlich gut geht, das ich satt bin, Kleidung zum Anziehen, oder Wasser zum abwaschen hatte. Die Krönung war, wenn man sich innerhalb der Familie nettes sagen konnte wie: “Ich hab dich lieb!”

So stelle auch ich mir heute die Frage: Was brauche ich wirklich zum Leben? Was brauche ich, um mich glücklich zu fühlen?

Wenn ich die essentiellen Lebensgrundlagen ganz genau betrachte, davon habe ich mehr als genug. Was dies anbelangt, jammere auch ich manches mal in unserer deutschen Zivilisation wirklich auf hohem Niveau!!!

Was brauche ich um mich glücklich zu fühlen? Glück ist ein inneres Gefühl und wird sicherlich von jedem Menschen individuell erfahren. Für mich war es heute meine bewusste Dankbarkeit für warmes Wasser beim Duschen.

Nun, vielleicht konnte ich dich zum Lächeln oder Nachdenken anregen.

Am meisten würde es mich freuen, wenn du einfach zum Danken beginnst und dabeibleibst, selbst wenn manchmal Stolpersteine im Weg liegen. Dann werde in deinem Leben kreativ, nehme die Stolpersteine und baue dir was Schönes daraus oder verziere sie mit bunter Farbe und danke dann dafür, dass sie dir die Gelegenheit dazu gaben. 

Für gelebte Spiritualität braucht es keinen besonderen Kurs, sie kann auf einfachste Weise erfahren werden. Du brauchst nur dich und deine Bereitschaft dazu. 

Herzlichst Sandra

Wenn du gerne mehr über meine Arbeit erfahren möchtest, nehme mit mir Kontakt auf.

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